Das Workcamp 2003 im Straßenkinder-Camp in Nsumba, Uganda
Brunnen- und Solarlampenbau, Sport und Erste Hilfe
Ein neuer Brunnen für Nsumba
In den letzten Monate wurde die Wassersituation in Nsumba zunehmend schlechter. Der Brunnen versagte immer öfter die Dienste. Der Neubau eines Brunnens und die Installation einer Solarpumpe war das Großprojekt, das während des dreiwöchigen Workcamps vom 25. Juli bis 13. August 2003 in Angriff genommen wurde.
Das Bohrloch war bereits in Arbeit, als die zwölfköpfige Workcampgruppe ankam. Mit Hilfe mehrerer Schulklassen wurde ein 120 Meter langer Graben für die Wasserleitung ausgehoben und das Fundament für die Tanks gesetzt. Bernhard Bauer, Ludwig Latein und Johannes Jäger waren mit dem Brunnenprojekt betraut und bezogen bei allen Arbeiten die ugandischen Jugendlichen ein, um ihnen möglichst viele Arbeitstechniken zu zeigen.
Nach zwei Wochen war es dann soweit: Die Kanister der Kinder konnten mit dem Wasser aus den Tanks gefüllt werden. Ein erhebender Moment.
Der Brunnen ist mit einer Solarpumpe betrieben. Mit 5.000 Liter Wasser pro Tag sind die Kinder in Nsumba nun ausreichend versorgt und auch die Kinder aus den umliegenden Dörfern, die nach Nsumba zur Schule kommen, können einen Schluck davon abhaben, was bisher undenkbar war. 
Licht ohne Strom, Kochen ohne Holz
Im Straßenkinder-Camp in Nsumba gibt es wie in vielen ländlichen Haushalten in Uganda keinen Strom. Solarlampen bieten hier eine Lösung. In Nsumba gibt es auf diese Weise inzwischen in allen Räumen Licht. Bereits vor einigen Jahren wurde im Camp eine Werkstatt eingerichtet, in der Solarlampen hergestellt werden. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit die Fähigkeit des Solarlampenbaus zu erwerben und der Verkauf der Lampen bedeutet zudem eine Einnahmequelle für das Straßenkinder-Camp. Im Workcamp 2003 leiteten Richard Walter, Johannes Schindler und Josef Graubmann diesen Arbeitsbereich, lernten neue Jugendliche an, halfen bei der Wartung der Lampen und der Erneuerung der Solaranlage auf den Dächern.
Solarlampen sind sehr begehrt in Uganda. Schwieriger ist es mit den Solarkochern. Hier ist Holz eine Alternative zu Gas und Strom. Solange es Holz gibt, greifen die Ugander nur ungern zu den Solarkochern. Trotzdem ist es wichtig das Kochen mit den Solarkochern immer wieder zu demonstrieren.Anna Eckerskorn brachte während des Workcamps einigen Mädchen diese Variante des Kochens näher. Solarkocher werden ebenfalls im Camp gefertigt und verkauft. Bei er Herstellung der Kocher erwerbend die Jugendlichen Techniken der Metallbearbeitung.
Erste-Hilfe-Ausbildung
Die Medizinstation in Nsumba wurde während des Workcamps 2001 eingerichtet. Dieses Jahr stand die Bestandsaufnahme und die Optimierung im Vordergrund. Zudem führte Johanna Seitz wieder eine Erste-Hilfe-Ausbildung für interessierte Kinder durch.
Sport
Thomas Schwarzfischer, der beim Workcamp 2001 schon mal dabei war, war begeistert, dass noch soviel von damals geblieben ist. Der Bereich Sport wird von den ugandischen Jugendlichen recht gut umgesetzt. Fußball führt natürlich die Beliebtheitsskala an. Gemeinsam mit Sabine Thalhammer führte Thomas wieder eine Sportausbildung mit ugandischen Mädchen und Jungen durch. Die Ausbildungsinhalte wurde auch dieses Jahr wieder optimiert und umfassen Sportpraxis, Theorie, Methodik und Organisation.
Erfolg durch Kontinuität
Nach nunmehr drei Workcamps dieser Art, lässt sich allmählich eine Etablierung der Bereiche feststellen. Dies ist zurückzuführen auf die stetige Wiederholung von Verbesserung der Arbeitsbereiche Sport, Solarkocherbau, Solarlampenbau. Der Einsatz von Freiwilligen seit Anfang 2003 tut sein übriges dazu.
Lohn für verantwortungsvolle Tätigkeiten
Durch die Auszahlung von geringen Löhnen für das Leiten einer Arbeitsgruppe oder die Übernahme von Wartungsaufgaben konnten Jugendliche aus dem Straßenkinder-Camp zur Mitarbeit animiert werden. Auch für die Herstellung von Solarlampen, -kochern und Kunsthandwerk werden kleine Löhne ausgezahlt, um den Jugendlichen zu zeigen, dass sie durch gute Leistung etwas verdienen können.
Manche sparen ihre Löhne für eine später Berufsausbildung.
Dank
Das Workcamp 2003 wurde finanziell unterstützt durch die Franz Beckenbauer-Stiftung, die DFB-Stiftung Egidius Braun, die Koinor-Horst-Müller-Stiftung, Infineon, das BMFSFJ und zahlreiche private Spender.
Die Umsetzung des Brunnenprojekts wurde möglich durch die finanzielle Unterstützung der Wirth-Stiftung und der Wasserstiftung und durch die Hilfe der Firmen Rokko (Max Rohrer) und Drillcon.
Johanna Seitz erzählt:
Ich hatte ein Mädchen in meiner Erste-Hilfe-Gruppe, die immer "hinterherhinkte". Sie verstand alles erste etwas später und konnte auch praktische Dinge nicht so gut umsetzen. Ich hatte meiner Meinung nach kaum eine persönliche Bindung zu ihr. Aber am letzten Abend war sie als erste bei mir und sagte mir, wie sehr sie mich mag und wie sehr sie mich vermissen wird. Sie hatte dabei Tränen in den Augen. Ich war so bewährt davon, weil ich nie damit gerechnet hätte. Später erfuhr ich , dass sie keine Eltern und Geschwister hat. Da dachte ich erst mal richtig über dieses harte Schicksal und ihre Vergangenheit nach.
Allgemeine Informationen
Die Workcamps·
- 1999, 2001, 2003 (wieder 2005)
- Dauer: 3 Wochen
- Teilnehmer: 18 - 26 Jahre (10 Teilnehmer, 2 Betreuer)
- Ziel: umfangreiche Hilfeleistung, Umsetzung von Großprojekten
Das Straßenkinder-Camp in Nsumba
- Gegründet 1989 vom ugandischen Priester Father Charles Bewenvu und Konrad Gietl vom DJK-Diözesanverband Regensburg
- 60 km von Kampala, der Hauptstadt Ugandas, entfernt
- Bleibe von ca. 400 bedürftigen Kindern
- Primary und Secondary School (auch für Kinder aus den umliegenden Dörfern)
- Unter katholischer Leitung von Father Charles Bwenvu
Unterstützende Organisationen
- Bayerische Sportjugend
- DJK-Diözesanverband Regensburg
- Entwicklungshilfegruppe EG-Solar Altötting
- Deutschen Sportjugend
Ziele:
- Berufliche Fortbildung der ugandischen Jugendlichen für eine selbstbestimmte Zukunft (Einrichtung von Werkstätten, Solarlampenbau, Solarkocherbau, Kunsthandwerk, etc.)
- Instandhaltung und Optimierung der Ausstattung im Straßenkinder-Camp zu Befriedigung von Grundbedürfnissen und zur Gewährleistung einer gewissen Lebensqualität (Licht durch Solarlampen, Aufbau einer Medizinstation, Bau eines Brunnens, etc.)
- Sport als Freizeitgestaltung mit seinen positiven Auswirkungen auf das Sozialverhalten und das körperliche und geistige Wohlbefinden. (Bau von Sportplätzen, Sportausbildung)
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