Freiwilligendienst
im Rainbow House of Hope Uganda (RHU)
Berichte von Freiwilligen
Martin Wirsching / ...als pdf-Datei
Franziska Meszaros / ...als pdf-Datei
Ruth Forstner / ...als pdf-Datei
Daniel Pfitzer / ...als pdf-Datei
Debora Sauer / ...als pdf-Datei

Interview mit Ruth Forstner / ...als pdf-Datei
Interview mit Sabine Huber / ...als pdf-Datei


Ausschreibung
Das Rainbow House of Hope Uganda (RHU) wurde 2001 von den Sozialarbeitern Geoffrey Kawempe und Michael Mwase gegründet. Mit ihrem Projekt helfen sie, Kindern und Jugendlichen, die vom Leben benachteiligt sind, die ein oder beide Elternteile verloren haben, in großer Armut oder gar auf der Straße leben. Das RHU fängt diese Kinder auf, bindet sie in eine Gemeinschaft ein, eröffnet ihnen neue Perspektiven, fördert ihre soziale Kompetenz und hält sie dazu an, Verantwortung zu übernehmen. Etwa 60 Kinder aus Nsambya, einem Vorort von Kampala, kommen regelmäßig ins RHU, wo interessante Aktivitäten angeboten werden, wie z.B. Basteln, Singen, Musizieren und Sporttreiben.

Die Bayerische Sportjugend bietet sozial und sportlich engagierten jungen Menschen die Möglichkeit einen Freiwilligendienst im RHU-Projekt zu leisten.

Informationen zum Freiwilligendienst

Entsendeorganisation: Bayerische Sportjugend (BSJ) im Bayerischen Landes-Sportverband e.V.

Dauer: in der Regel 3 - 6 Monate plus Vor- und Nachbereitungszeit.

Einsatzstelle: Rainbow House of Hope Uganda (RHU) in Nsambya, einem Vorort von Kampala

Beginn: Der Beginn des Freiwilligendienstes ist in der Regel während des ganzen Jahres möglich, wobei bestimmte Termine für ein verpflichtendes Vorbereitungsseminar wahrgenommen werden müssen.

    Qualifikationen / Voraussetzungen des Bewerbers/der Bewerberin:
  • mindestens 20 und höchstens 26 Jahre alt,
  • Wohnsitz in Bayern und Mitglied in einem Sportverein
  • gute Englischkenntnisse,
  • (Lehr-)Erfahrungen im Bereich Sport
  • Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen,
  • Selbstständigkeit und Durchsetzungsvermögen,
  • Anpassungsfähigkeit und Aufgeschlossenheit
    Vergütung:
    Die BSJ übernimmt die Kosten für:
  • Auslandskrankenversicherung, Unfallversicherung und Haftpflichtversicherung,
  • notwendige Vorbereitungsseminare (exklusive Fahrtkosten),
  • und zahlt dem/der Freiwilligen eine monatliche Pauschale von 250 €.
    Der/die Freiwillige kommt selbst auf für:
  • Hin- und Rückflug,
  • Visum,
  • Fahrtkosten zu den Seminaren,
  • notwendige Impfungen.
Aufgabenbereiche
Der/die Freiwillige soll die Arbeit und die Aktivitäten des Projekts unterstützen. Dies sind u.a. Musik, Sport, Freizeitaktivitäten, Friedens- Gesundheits- und Umweltseminare.
Zudem besteht die Möglichkeit eigene Ideen und Vorschläge einzubringen, und in Absprache mit den Leitern umzusetzen.

Bewerbung, Ansprechpartner
Senden Sie Ihr Bewerbungsschreiben (auch gerne auf Englisch), Ihren Lebenslauf und ein Passbild an:
Bayerische Sportjugend im BLSV
z.Hd. Laura Rüppel
Georg-Brauchle-Ring 93
80992 München

Ansprechpartnerin:
Laura Rüppel
Bildungsreferentin der BSJ
Tel.: 089/15702-425
Email: laura.rueppel(at)blsv.de
www.bsj.org
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Sechs Monate im Rainbow House of Hope
- kein Zuckerschlecken aber eine unvergessliche Erfahrung
Franziska Meszaros berichtet von ihrem Freiwilligendienst in Uganda

Als ich mich im Sommer 2003 für einen Freiwilligendienst in Uganda entschied, hatte ich keine Ahnung was mich erwarten würde. Im Laufe meiner Vorbereitungen für einen 6-monatigen Aufenthalt in Afrika stieß ich immer wieder auf Bilder von halbnackten Wilden die in Strohhütten wohnen und sich von mit Speeren erlegten Tieren ernähren. Und ich las von Mord und Totschlag im Norden Ugandas, von Hunger und Armut im ganzen Lande. Nach meiner Ankunft in Kampala Ende Januar diesen Jahres vermittelte sich mir jedoch noch viel mehr.

Uganda ist ein Land größter Unterschiede. Es gibt Arm und Reich. Menschen, die vor lauter Reichtum nicht wissen, was sie sich als nächstes kaufen sollen, und Menschen, die nicht wissen, ob sie am nächsten Tag auch nur genügend Geld haben, um sich Matooke (Kochbananen) zum Überleben zu kaufen.

Während meiner Tätigkeit für die regierungsunabhängige Organisation "Rainbow House of Hope Uganda" (RHU) durfte ich einen Einblick in das Leben derer erhalten, die am meisten unter Not leiden - Kinder und Jugendlich im Alter von 10 bis 18 Jahren. Die Einrichtung nutzt Musik und Sport als Hilfsmittel um den jungen Menschen eine Möglichkeit zu geben ihre Gefühle auszudrücken und Erlebtes zu verarbeiten. Gleichzeitig sollen Talent und Potenzial eines jeden gefördert und neue Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden.

Neben repräsentativen Aufgaben (ich begleitete die organisationseigene Musikkapelle "Brass Band of Hope" zu Auftritten, pflegte Kontakte mit u. a. der deutschen Botschaft und Unicef) und der Verwaltung von Spenden (der Aufbau eines Büros und Aufenthaltsraumes sowie einer Bücherei zählten zu meinen größten Projekten) organisierte ich ebenso zahlreiche Freizeitaktivitäten (z. B. Diskussionsrunden und Workshops zu den Themen "Blindheit", "Geschlechterrollen" und "Frieden").

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit als Freiwillige im Rainbow House of Hope Uganda war die Planung sportlicher Aktivitäten. Im Rahmen eines regelmäßigen Fußballtrainings sollten die kids unter meiner Anleitung lernen ihre Defizite im Zusammenspiel als Team auszugleichen. Aufgrund der großen Nachfrage kam bald auch ein regelmäßiger Akrobatik-Workshop hinzu. Hierfür konnten wir James Kotsch von PCY gewinnen. Augrund der guten Zusammenarbeit war RHU am 27. April 2004 auch eine von drei Organisationen in Kampala die den PCY Sport's Day ausrichteten. Das Programm umfasste Ball- und Fang- sowie Geschicklichkeitsspiele und war mit mehreren hundert Teilnehmern ein großer Erfolg.

Auch wenn die vergangenen sechs Monate nicht immer nur Spaß und ein Zuckerschlecken waren - die kulturellen Unterschiede sind unübersehbar und daher nicht zu verleugnen - so war der Freiwilligendienst in Uganda doch eine Erfahrung die mich für mein weiteres Leben prägen wird und die ich keinesfalls missen möchte.

Franziska Meszaros
Franziska leistete von Januar bis Juli 2004 einen Freiwilligendienst im RHU-Projekt.

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Badmintontraining unter der Sonne Afrikas
Freiwilligendienst im Rainbow House of Hope Uganda
Ein Bericht von Ruth Forstner


Schon seit einigen Jahren war es mein Traum, eine Auszeit von Deutschland zu nehmen und Afrika zu entdecken, aber nicht als Urlauber, sondern mit einer sozialen Aufgabe versehen. Die Suche nach einem passenden Projekt war jedoch sehr schwierig, sollte es doch ein sicheres, organisiertes und seriöses Projekt sein. Mein Badmintontrainer, Alfons Bachhuber, gab mir eines Tages die Ausschreibung vom Bayerischen Sportverband für den Freiwilligendienst in Uganda und ich fühlte, dass ich mich genau für diese Stelle in einem Kinder-/Jugendlichenprojekt bewerben sollte. Nach einem langen, aber schönen Gespräch mit der Projektbeauftragten der Bayerischen Sportjugend (BSJ), Frau Rüppel, stand schnell fest, dass ich den abenteuerlichen Schritt in eine andere Kultur wagen würde.

Meine Vorbereitungen begannen schon 10 Monate vor dem Abflug. Nach den nötigen Impfungen, dem Erhalt des Visums und einem intensiven 10tägigen Vorbereitungsseminar in Köln, ging es endlich los. Am 15.August 2004 war es dann soweit: ich stieg in das Flugzeug und flog nach Afrika, genauer gesagt nach Uganda.

Zusammen mit Michael und Geoffrey, zwei Sozialarbeitern, die die Organisation vor drei Jahren gegründet haben, wohne und arbeite ich im Rainbow House of Hope Uganda (RHU). Diese kleine Organisation kümmert sich um benachteiligte Kinder in Nsambya, einem Vorort von Kampala. Die Kinder kommen aus ärmlichen Verhältnissen, sind z.T. Halb- bzw. Vollwaisen und haben oft ein schwieriges elterliches Umfeld. Im RHU werden die musikalischen, sportlichen, aber auch die sozialen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen gefördert. Sie finden hier einen Ort, zu dem sie nach der Schule gehen und wo sie spielen können. Es sind zur Zeit insgesamt etwa 60 Kinder im RHU und es werden ständig mehr. Sie alle lieben das RHU, weil sie hier neue und interessante Tätigkeiten wie Basteln, Singen, Musizieren ausüben und Sport treiben können. Ab dem jüngsten Alter werden sie in die Aktivitäten des Hauses voll eingebunden, lernen, übernehmen Verantwortung und bauen Selbstvertrauen auf. RHU eröffnet ihnen neue Perspektiven, vermittelt wichtige Werte und hilft so den Jugendlichen den Sprung ins Erwachsenenleben.

Von Anfang an fühlte ich mich sehr wohl im RHU. Die Jugendlichen sind sehr aufgeschlossen und freundlich, und wir haben viel Spaß zusammen beim Singen, Tanzen, Malen u.ä. Aufgrund des Engagements von RHU in verschiedenen Projekten konnte ich auch schon mehrere Städte in Uganda bereisen, dadurch werde ich natürlich auch mit den schwierigen und dunklen Seiten des Landes konfrontiert. Im Norden Ugandas herrscht noch immer der Rebellenkrieg, die Armut ist allgegenwärtig, die AIDS- und Analphabetenrate ist immens und es gibt noch zahlreiche, z.T. heftige Konflikte zwischen den vielen verschiedenen Stämmen des Landes.

Als "Musungo" (so werden alle Weißen hier genannt) wird man als reich, intelligent und z.T. überlegen angesehen. Das hat die Folge, dass dir so gut wie jeder freundlich gegenüber tritt, jedoch leider oft mit dem Hintergedanken Geld von dir zu bekommen. Im Arbeitsfeld ist es oft schwierig bereichernde Kritik zu erhalten, da alle Ideen und Vorschläge wenig reflektiert und meist einfach nur begrüßt werden. Eine sehr interessante Erfahrung ist auch der Umgang der Ugander mit der Zeit. Entgegen der deutschen Überpünktlichkeit, lassen sich hier die Einheimischen unheimlich viel Zeit. Dann beginnt das Meeting eben über eine halbe Stunde später. Auch in Sachen Zukunftsplanung unterscheiden sich die beiden Kulturen sehr. Die meisten Ugander leben in den Tag hinein ohne sich Sorgen zu machen was morgen sein wird.

Einer meiner größten Wünsche war es, mit den Kids in Uganda Badminton zu spielen, denn diese Sportart habe ich ja in den letzten 10 Jahren beim PostSV ziemlich erfolgreich gespielt und werde dies auch nach meiner Rückkehr wieder tun. Bei meiner Anreise nahm ich also zwei Schläger, zwei Bälle und ein Netz mit. Vor Ort war ich dann wirklich erstaunt wie einfach alles ging: bereits am dritten Tag wurde das Netz an zwei in den Boden gerammten dünnen Baumstämmen befestigt und das Spielen konnte beginnen. Die Kinder und Jugendlichen waren sofort vollauf begeistert, weshalb ich gleich die Gelegenheit ergriff, über einen Besucher aus Bayern weitere Schläger zu bekommen. Alfons und meine Eltern haben das auf die Schnelle organisiert, so dass 6 Schläger und Badmintonbälle die Reise nach Uganda antraten. Dadurch konnten wir schon ein bisschen effektiver üben aber um mit allen Kindern ein richtiges Badmintontraining durchführen zu können fehlte noch einiges. In einem E-mail an Alfons schilderte ich ihm die Situation und nach 14 Tagen kam von ihm die Nachricht, dass er einiges an Ausrüstung zusammengestellt hat. In Zusammenarbeit mit Helmut Blomeyer aus Heilsbronn, "SiamSports Badmintonvertrieb" konnte ich am 21. Oktober ein riesiges Paket mit 30 Schlägern plus Bälle, T-Shirts, ein zweiteiliges Netz und Besaitungsutensilien (um die gerissenen Saiten vor Ort in Eigenregie wieder zu flicken). Helmut Blomeyer sponserte hier mit dem PostSV mein Badmintonprojekt in Uganda, Helmut herzlichen Dank dafür.

Mit Hilfe meines Freundes, der mich z.Z. besucht, und ebenfalls ein Badmintonspieler ist, werde ich in den nächsten Wochen regelmäßig Trainingsstunden geben und versuchen, aus den begeisterten Kids vom RHU ein gutes Team entstehen zu lassen. Die ca. 30 Kids sind sehr eifrig und motiviert und ihre Kondition übersteigt schon jetzt die der meisten deutschen Kinder. Jedoch muss verständlicherweise sehr an der Technik gearbeitet werden und auch das Aufwärmen und v.a. die koordinativen Fähigkeiten brauchen noch Schulung. Mein Ziel ist es, am Ende meines Aufenthalts (Ende des Jahres) zwei, drei talentierte Jugendliche entdeckt zu haben, die die Gruppe in Zukunft trainieren und die Sportart weiter tragen können.

Ich habe gemerkt, dass beide Kulturen ihre Vor- und Nachteile haben. Mir werden gerade durch den Abstand auch viele der positiven Seiten von Deutschland bewusst. Ich freue mich auf meine Rückkehr und bin gespannt wie ich mich mit den vielen interessanten Erfahrungen im Gepäck zu Hause wieder zurechtfinden werde.

Ruth Forstner (spielt aktiv Badminton beim PostSV Landshut) aus Uganda
... tatkräftig unterstützt vom
PostSV Landshut und SiamSports
PS: Weitere Informationen über die Projekte der Bayerischen Sportjugend in Uganda erhalten Sie von Frau Rüppel, Tel. 089/15702-245.

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