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Deutsches Olympisches Jugendlager Sotschi 2014


Bild: Deutsche Olympische Akademie (DOA)

DOJL bejubelt erstes deutsches Gold

Am späten Abend Ortszeit war es soweit. An der Rodelbahn in den kaukasischen Bergen fuhr Felix Loch zum ersten deutschen Gold bei den diesjährigen Olympischen Spielen. Mit einer Deutschlandfahne bestückt feierte der Doppelolympiasieger seinen Triumph auf dem Siegertreppchen. Mit ihm jubelten auch Jugendliche des Deutschen Olympischen Jugendlagers (DOJL). Gemeinsam hatten sie die deutschen Rodler im dritten und vierten Lauf an der Strecke unterstützt. „Das war für mich ein ganz besonderes Erlebnis, hier den Olympischen Wettbewerb miterleben zu können“, sagte Christian Paffe. Für den Rodler, der vor wenigen Wochen Zweiter bei den Juniorenweltmeisterschaften wurde und bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Innsbruck 2012 die Goldmedaille gewann, ist der neue und alte Olympiasieger Loch ein Vorbild. „Die Leistungen von Felix Loch sind natürlich ein Ansporn für meine eigene sportliche Karriere“, erklärte Paffe. Für die anderen Jugendlichen war vor allem das rasante Tempo in der Eisrinne faszinierend.

Hohe Geschwindigkeiten erzielten auch die Ski-Alpinen bei der Abfahrt der Männer. Selbst wenn kein deutscher Start mit dabei war, sorgte eine Gruppe des DOJL für gute Stimmung. Begleitet von Patin Rosi Mittermaier-Neureuther und ihrem Mann Christian Neureuther, verfolgten die Jugendlichen das Rennen begeistert. „Rosi und Christian sind echte Vorbilder. Sie sind nett und aufgeschlossen und interessieren sich für uns und unsere Träume“, freute sich Pia Schmitt. Bereits vor dem Rennen trafen die Jugendlichen wichtige Personen des Sports. DOSB-Präsident Alfons Hörmann begrüßte die Gruppe vor dem Eingang. Adolf Ogi, der ehemalige Sportbeauftragte der Vereinten Nationen und Schweizer Bundespräsident von 1993 bis 2000, kam mit den Jugendlichen ins Gespräch. So erlebten die jungen Sportler nicht nur den Olympischen Wettbewerb, sondern lernten auch einen Teil der Olympischen Familie hautnah kennen.

Hohe Sprünge und beeindruckende Stunts sahen die Zuschauer beim Snowboard-Slopestyle. Auch die DOJL-Teilnehmer waren begeistert. „Der Wettbewerb war unglaublich spektakulär. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Es war ein rund um positives Erlebnis“, erzählte Valentin Wunderlich. Dabei nahmen die Jugendlichen Kontakt zum deutschen Athlet Johannes Höpfl auf. Der Passauer, der zum ersten Mal an den Olympischen Spielen teilnahm, kam auf die DOJL-Teilnehmer zu und erklärte ihnen seine Sportart. „Die Gespräche mit Johannes waren super. Es war ein echt netter Austausch“, sagte Wunderlich.

Einen weiteren stimmungsvollen Höhepunkt erlebten einige Teilnehmer beim Eishockey der Damen. Beim Auftakt des deutschen Teams gegen Russland feierten die Jugendlichen die zwischenzeitliche 1:0-Führung des Außenseiters. Auch wenn es am Ende nicht  zum Sieg reichte, war es ein beeindruckendes Erlebnis. „Die Stimmung in der Halle war überwältigend. Die russischen Fans haben ihr Team unglaublich unterstützt“, beschrieb Fabienne Baumgärtner die Emotionen in der Halle.

 

Sotschi entdeckt und spannende Einblicke im Talk gewonnen

Nach zwei erfolgreichen Wettkampftagen stand am Montag die Kultur des Gastgeberlandes im Vordergrund. Nach einer gut halbstündigen Busfahrt erreichten die Teilnehmer das Stadtzentrum von Sotschi. Dort besichtigte die Gruppe zuerst den „Baum der Freundschaft“ in einem idyllischen Park. Das Gewächs hat eine lange Tradition und trägt 45 verschiedene Zitrusfrüchte. Was seinerzeit als wissenschaftliche Spielerei begann, entwickelte sich seit den 1950-er Jahren zu einem Symbol der Völkerverständigung. Bedeutende Persönlichkeiten aus mittlerweile 167 Ländern verewigten sich mit Plaketten und beteiligten sich mit einer Pfropfung an der Spezialzüchtung. Die zahlreichen Gastgeschenke der Besucher füllen sogar ein eigenes Museum.

Danach ging es weiter zu Fuß durch die Stadt. Die sympathische Fremdenführerin hatte Anekdoten zu den zahlreichen grünen Gärten parat. „Durch die vielen Parks wirkt die Innenstadt total grün. Und es ist schon verrückt, wenn man hinter Palmen in der Ferne die schneebedeckten Berge sieht“, sagte Aaron Appelhans. Sichtlich genoss der 18-jährige Skilangläufer aus dem Sauerland die Sonne und die frühlingshaften Temperaturen.

Einen runden Abschluss bildete der Besuch des 2010 eröffneten Museum of Sochi Sport Honour. Verschiedene Exponate gewährten den Jugendlichen einen Einblick in die russische Sportgeschichte. Zahlreiche Teilnehmer nutzten außerdem die Chance, sich dort mit einer Olympischen Fackel abzulichten. Danach stürzten sie sich in das Getümmel der Uferpromenade und ergatterten „olympische“ Andenken in den Souvenirshops.

Am Abend erhielt das DOJL prominenten Besuch auf der „Louis Olympia“. Claus Lufen, Moderator der ARD und in Sotschi zuständig für die Berichterstattung in den Sportarten Rodeln und Bob, stand den Jugendlichen in einer Talkrunde Rede und Antwort. Mit ihm berichteten Olympiasieger und  DOJL-Pate André Lange sowie Olympiasiegerin und Betreuerin Katrin Mattscherodt von ihren olympischen Erlebnissen. „Olympia ist immer etwas Besonderes. Am Samstag wieder in einer olympischen Eishalle zu stehen, aber auf den Rängen Platz zu nehmen, war ein merkwürdiges Gefühl. Aber es war schön, so viele bekannte Gesichter wiederzusehen“, beschrieb die ehemalige Eisschnellläuferin ihre Emotionen.

Nach drei Teilnahmen muss sich auch Lange noch daran gewöhnen, als Zuschauer Olympische Spiele zu erleben. „Vor allem tun mir meine Füße weh. Als Athlet wartet überall ein Shuttle und man ist in einem gewissen Tunnel. Als Zuschauer bekommt man das ganze Umfeld mit“, sagte Lange. Für Lufen sind die Olympischen Spiele vor allem Arbeit. „Ich arbeite hier gut 14 Stunden am Tag. Aber das ist eben Olympia, und Olympia ist eben besonders“, erklärte Lufen. Diskutiert wurde auch über die Wechselbeziehung zwischen Journalisten und Athleten. „André hat uns zwischen den Läufen nie Interviews gegeben. Das war für uns natürlich katastrophal. Auch wenn ich das sportlich natürlich nachvollziehen konnte“, blickte der Moderator zurück. „Dafür habe ich auch wirklich mit keinem Pressevertreter gesprochen und das durchgezogen. Das ist sehr wichtig“, ergänzte der erfolgreichste Bobpilot der Olympischen Geschichte. Insgesamt ein einmaliger Einblick in die Lebenswelt von erfolgreichen Sportlern und Journalisten für die jungen Nachwuchsathleten.


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