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BSJ-Agentur Sport im Ganztag

Gemeinsam Ganztag gestalten


Die Bayerische Sportjungend (BSJ) im BLSV wird mit seiner neuen „BSJ-Agentur Sport im Ganztag“ (ASG) Vereine unterstützen den Weg in den Ganztag an bayerischen Schulen zu finden. Einige Sportvereine zeigen bereits mit viel Hingabe, wie man Kindern und Jugendlichen in einem Klassenverbund auf attraktive Weise Bewegung, Spiel und Sport freudvoll vermitteln kann. Warum also nicht den Schritt in den schulischen Ganztag konsequent wagen?

Sport ist laut Ergebnissen der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) die Nummer Eins in der Nachfrage bei den Schülern. Dennoch finden sich Sportvereine in Bayern im schulischen Ganztag kaum unter den Trägern, im Fachjargon je nach Modell in Bayern auch „Vollkooperationspartner“ genannt. An einigen Ganztagsschulen werden dennoch bereits Sportarbeitsgemeinschaften „Sport nach 1“ durchgeführt.

„Große Bildungsträger schließen im Ganztag die lukrativen Verträge mit dem Freistaat ab, und wir als Sportverein docken für kleines Geld dann dort an, um deren Angebote attraktiver zu machen“, lautet eine häufig geäußerte Kritik von Sportvereinsvertretern. Und Ronald Kraatz, Experte im Thema Sport im Ganztag und stellvertretender Vorsitzender des Idealvereins für Sportkommunikation und Bildung (ISB) aus Schweinfurt ergänzt: „In der Finanzierung des schulischen Ganztags in Bayern entsteht zunächst der Eindruck, dass für zuverlässige, hauptberuflich organisierte Betreuung als Pflichtteil bedeutend mehr Geld fließt, als für attraktive Inhalte wie dem Sport, der dann eher als eine kostenschonende Kür zu betrachten wäre.“ Es stellt sich also die Frage, unter welchen Bedingungen der organisierte Sport den schulischen Ganztag maßgeblich mitgestalten kann.

Kann der Sport Ganztag?

Als Kernproblem bei der Organisation zuverlässiger Ganztagsangebote wird seitens der Sportvereine in erster Linie kein inhaltlich-pädagogisches gesehen, also wie man gute Sportstunden gestaltet. Das wissen die Vereine. Das Problem liegt in den strukturellen Gegebenheiten der Vereine. Die meisten Vertreter von Sportvereinen fragen sich, wie sie in den werktäglichen Kernzeiten zwischen 11 und 16 Uhr fähige Mitarbeiter entsenden sollen.

Eine der möglichen Antworten zum Thema Personal sind die Vorzüge der Freiwilligendienste im Sport. Eine Vollzeit-Verfügbarkeit in Verbindung mit einer C-Lizenz im Sport kann auf den ersten Blick Abhilfe schaffen. Zu beachten ist hier, dass eine wichtige Voraussetzung im Ganztag aus pädagogischer Sicht eine sinnvolle Kontinuität ist. Außerdem bedürfen die häufig gerade erst Schulentlassenen jungen Menschen einer intensiven Anleitung vor Ort. Mittelfristig ist also die Etablierung hauptberuflicher Beschäftigungsverhältnisse im schulischen Ganztag notwendig.

Darüber hinaus sind jedoch für einen Sportverein in seiner möglichen Rolle als Träger oder Vollkooperationspartner neben dem Sport auch weitere grundsätzliche Elemente des Ganztags wie Mittagsverpflegung und Hausaufgabenbetreuung zu organisieren. Einigen Sportvereinen ist dieser Aufgabenbereich nicht unbekannt. Im Zuge diverser Angebote aus der Jugendarbeit existieren hier vielerorts bereits wertvolle Erfahrungen, allen voran die Erkenntnis, dass dies für einen Sportverein nicht unmöglich ist. Damit Sportvereine also als „großer“, zuverlässiger Partner und Träger auftreten können, ist es notwendig, ein komplexes Bedingungsgefüge verschiedener Handlungsfelder zu verstehen und erfolgreich zu bespielen.

 

Um Sportvereinen in Bayern den Weg als Träger bzw. Vollkooperationspartner in den schulischen Ganztag zu ebnen, initialisiert der BLSV das Projekt „Sport im schulischen Ganztag“ In diesem Rahmen berät die BSJ-Agentur Sport im Ganztag interessierte Sportvereine. Es werden kostenfreie Beratungsschecks durch die BSJ gewährt, sobald ein kurzes Assessment erfolgreich durchlaufen wurde.

Der Erstkontakt erfolgt über das Ressort Vereinsentwicklung siehe Kontakt rechts.

Der Fahrplan in den schulischen Ganztag


 

Im Zuge dieses Beratungsangebots wird nicht nur das bereits erwähnte Bedingungsgefüge vermittelt, sondern ein vereinsspezifisches Profil ermittelt, in dessen Rahmen individuelle Stärken und Schwächen in Bezug auf den Ganztag Berücksichtigung finden und sodann ein individueller Handlungsplan in den entsprechenden Handlungsfeldern entwickelt wird.

Muss der Sport Ganztag?

BLSV-Präsident Günther Lommer erklärte im Rahmen der Tagung „Bildung stärken“ am 06. Oktober 2016 im Bayerischen Landtag: „Der Ganztagsschulbetrieb mag uns gefallen oder nicht, er ist Fakt und eine gesellschaftspolitische Notwendigkeit. Also bleibt uns gar nichts anderes übrig als dorthin zu gehen, wo sich die Jugendlichen am Nachmittag befinden, in die Schule. Wer das nicht einsieht, ist der Verlierer. Wer sich in Ganztagsschulen engagiert, ist der Gewinner.“

Sicherlich können bei etwa 6.000 Schulen in Bayern jedoch nicht alle rund 12.000 Sportvereine Vollkooperationen im Ganztag errichten, zumal bei weitem nicht jede Schule als Ganztagsschule gilt. „Sich an veränderte gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen anzupassen, war immer eine hilfreiche Strategie für Organisationen, die existenzielle Sorgen umschiffen möchten“, erklärt ISB-Chef Sebastian Bauer und ergänzt: „Denjenigen, die sich jedoch ernsthaft auf den Weg machen möchten, erspart dieses Beratungsangebot aufgrund des Wissenstransfers in hohem Maße Transaktionskosten, bedeutet aber auch, dass man sich innerhalb dieser Vereine bewusst sein muss, dass mit diesem Schritt in den Ganztag auch zusätzliche Verpflichtungen eingegangen werden müssen und man sich einem bisher noch unbekannten Bedingungsgefüge annehmen muss.“

 

 


Kontakt:

Birgit Dethlefsen
Tel: 089 15702-512
birgit.dethlefsen@blsv.de

 

Standorte der Ganztagsschulen in Bayern

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