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Mibi Spitzingsee

 

Mitarbeiterbildungsmaßnahme (AEJ) der BSJ am Spitzingsee

 

56 Jugendleiter aus dem Landkreis beteiligten sich an der traditionellen Skiwoche

 

Kürzlich führte die Bayerische Sportjugend (bsj) im Landkreis Cham wieder die alljährliche Fortbildungsmaßnahme (AEJ) am oberbayerischen Spitzingsee durch, die traditionell das Highlight zum Jahresbeginn im vielfältigen Programmangebot der BSJ darstellt. Besonders erfreut zeigten sich Hauptorganisator Rainer Schmid und BSJ Vorsitzende Birgit Daschner darüber, dass sich unter die insgesamt 56 Teilnehmer aus den verschiedensten Vereinen des Landkreises diesmal auch wieder ein paar junge Gesichter mischten, die sich schon aktiv in die Jugendarbeit einbringen. Besonders schön war es auch, dass Dr. Gudrun Wilhelm - die Rhetorik-Referentin vom letzten Jahr  - diesmal als Teilnehmerin dabei war. Nachdem der vollbepackte Bus dann am Sonntag um 14 Uhr in Cham aufbrach, traf man genau richtig zum Abendessen im BLSV Haus Bergsee am Spitzingsee ein. Nach einem schnellen Beziehen  der Zimmer ging es dann gleich richtig los.

Birgit Daschner, die Vorsitzende der BSJ Cham hieß nochmals alle herzlich willkommen und Lehrgangsleiter Rainer Schmid gab ein paar organisatorische Hinweise zum Wochenprogramm der AEJ, die zur Lizenzverlängerung für diverse Übungsleiterscheine angerechnet werden kann.

Nach einer kurzen Vorstellung des Skilehrerteams gingen Gerhard Richter und Manfred Dietl nochmals explicit auf die FIS-Ski- und Pistenregeln v.a. zum gemeinsamen Fahren in der Gruppe ein, ehe sich ein paar erste Eisbrecher- und Kennenlernspiele innerhalb der großen Gruppe anschlossen. Die Teilnehmer stellten sich gegenseitig in Zweierteams vor und lösten später noch das Quiz „Who is Who?“. Den Höhepunkt des ersten Abends bildete dann die traditionelle Spitzingtaufe, ein Sketch, bei dem alle Erstteilnehmer in einer feierlichen Prozession in die Gemeinschaft der Spitzingfahrer aufgenommen werden.

Am ersten Skimorgen wurden die Übungsleiter je nach Fahrkönnen in fünf verschiedene Skigruppen eingeteilt, die von den lizenzierten Skilehrern Gerhard Richter, Manfred Dietl,  Anna-Maria Martinitz, Birgit Daschner, Werner Schell und Josef Aschenbrenner  bestens betreut wurden. Dank der ergiebigen Schneefälle der Vorwochen, konnten sich die Übungsleiter auf perfekt präparierten Skipisten austoben.

An Erholung war aber nach dem langen Skitag bei strahlendem Sonnenschein nicht zu denken, denn direkt nach dem Abendessen startete man mit dem theoretischen Teil der Mibi und konnte dazu Florian Scherbauer als fachkundigen Referenten begrüßen. Als Sportfachwirt, Trainer, Vereinsmanager und unter anderem DOSB- Ausbilder verfügte er über jede Menge Praxiserfahrung, um den Übungsleitern anschaulich näher zu bringen, wie ein moderner Sportverein aussehen soll und man dafür erfolgreich ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen kann. In einem einführenden Impulsreferat zeigte er die aktuellen Megatrends in der Gesellschaft auf, die sich negativ auf ehrenamtliches Engagement auswirken. Neben einer veränderten Kommunikation, ständiger Erreichbarkeit, Flexibilisierung der Arbeitszeit, geändertem Konsumverhalten, Mobilität, Leistungsdruck und zunehmender Individualisierung ist nicht zuletzt der demographische Wandel einer der Hauptursachen.  So sei  eine stetige Abnahme des ehrenamtlichen Engagements zu beobachten. Am meisten werde sich noch im Sport (16%), in der Schule/Kindergarten (9%) und in Kultur/Musik (9%) eingebracht. Die gängigsten Motive für ehrenamtliche Betätigung seien überwiegend Sorge für das Gemeinwohl, Spaß, soziale Kontakte sowie die Übernahme von Verantwortung und Pflichtgefühl. Dafür wünschen sich die Ehrenamtlichen oftmals mehr Anerkennung, Abbau von unnötiger Bürokratie, mehr Kommunikation untereinander und vor allem ein Feedback über ihre Tätigkeit. Als Nächstes entwickelte Scherbauer mit den Jugend- und Übungsleitern aus dem Landkreis Cham einen strategischen Plan, mit dem erfolgreich nach neuen Mitarbeitern gesucht werden könne. Dazu sollte in einem ersten Schritt eine Zielgruppe definiert werden, welche Personen mit starker Vereinsbindung, Vorzeigesportler, Spender, Senioren umfasst, um nur einige zu nennen. Für den folgenden Entwurf eines klaren Aufgabenprofils reichen in der Regel sechs Punkte aus. Neben dem Titel, den Aufgaben und Zuständigkeiten sowie den Fähigkeiten und Skills die eine Person mitbringen soll, müssen die Einbindung in die Organisation, der Zeitaufwand sowie die Leistung des Vereins abgeklärt werden. Am Ende des ersten Ausbildungstages vergab Florian Scherbauer die Gruppenaufträge, die am folgenden Tag präsentiert werden sollten.

Bei gemütlichem Beisammensein und gemeinsamen Singen ließ man den ersten Skitag ausklingen, ehe es am Dienstagmorgen wieder auf die Skipiste ging, deren Zustand sich jedoch aufgrund der stetig steigenden Temperaturen und des leichten Nieselregens der dann in Schneefall überging von Stunde zu Stunde verschlechterte, weshalb das zünftige Mittagessen auf der Osthangalm gerade richtig kam. Bereits am späten Nachmittag trafen sich die einzelnen Gruppen wieder, um ihre Präsentationen für den Abend auszuarbeiten. Die jeweiligen Ergebnisse wurden dann vor dem Plenum referiert, wobei die verschiedenen Gruppen unterschiedliche Aufgaben hatten. Ein Team musste ein Aufgabenprofil für den ersten Vorsitzenden eines fiktiven Vereins entwickeln. Darauf aufbauend beschäftigte sich die zweite Gruppe über die dafür in Frage kommende Zielgruppe während die dritte Gruppe ein Konzept zur Gewinnung von Jugendlichen für das Ehrenamt entworfen hatte. Die beiden weiteren Teams veranschaulichten dann in selbst aufgeführten Rollenspielen mit passendem Humor je ein Bespiel für ein negativ bzw. positiv geführtes Überzeugungsgespräch. Abschließend fasste der Referent die Ergebnisse der beiden Tage nochmals kurz zusammen und sprach den Teilnehmern großes Lob für ihre engagierte und kreative Mitarbeit aus. Zum Schluss verabschiedeten Lehrgangsleiter Rainer Schmid, BLSV-Kreisvorsitzender Hubert Lauerer und bsj-Vorsitzende Birgit Daschner den Referenten unter dem tosenden Applaus.

Am dritten Skitag machte man sich mit dem Bus auf den Weg ins benachbarte Skigebiet am Sudelfeld, wo man bei bestem Sonnenwetter einen herrlichen Skitag mit Weitblicken zum benachbarten Wendelstein und ins Inntal erleben konnte. Am Abend wurde dann zu den Themen Verdienstausfall, Sonderurlaub und Freistellung referiert.

Vor dem Abendessen wiesen Lea Steingans und Vera Schmid auf die wichtigsten Punkte des aktuellen Jahresprogrammes der Bayerischen Sportjugend im Landkreis Cham hin und hoben dabei vor allem den alljährlich durchgeführten Multicup Wettbewerb sowie die erneute Ausrichtung eines Jugendevents hervor. Der Abend stand dann ganz unter Motto „Spaß und Spiele“ und so verbrachten die Teilnehmer bei verschiedensten Karten-, Brett- oder Gesellschaftsspielen ein paar kurzweilige Stunden.

Am Donnerstag stand dann nochmals den ganzen Tag Skifahren auf dem Programm, wobei man mittags erneut auf der urigen Osthangsalm speiste und nachmittags verschiedene Formationsfahrten auf dem Osthang durchführte, die ebenfalls per Kamera aufgezeichnet wurden. Am Abend wurde dann der langjährige Spitzingskilehrer Josef Daschner für seine insgesamt 20 Jahre ununterbrochene Tätigkeit als Skilehrer und Gruppenführer gebührend verabschiedet. Die einzelnen Skigruppen bedankten sich dann noch bei den jeweiligen Skilehrern für eine tolle Woche und viele neue Tipps, das eigene Fahrkönnen zu verbessern. Im Anschluss machte man sich auf den Weg und umquerte im Fackellicht den idyllisch gelegenen Spitzingsee. 

Den Freitagvormittag nutzte man nochmals zur Schulung der skifahrtechnischen Fertigkeiten auf den Pisten, ehe man den Bus belud und sich wieder in Richtung Heimat begab. Nachdem man dann abends wieder in Cham eingetroffen war, bedankte sich BSJ Vorsitzende Birgit Daschner bei den Skilehrern und dem BSJ Betreuerteam für ihren hervorragenden Job und bei allen Jugendleitern für die gute Mitarbeit an der Mibi, die sich wieder als rundum gelungene Fortbildungswoche herausstellte.


Bilder Spitzing

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