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Mibi Spitzingsee

 

Mitarbeiterbildungsmaßnahme (AEJ) der BSJ am Spitzingsee

 

57 Jugendleiter aus dem Landkreis verbringen gemeinsame Skiwoche im Schneeparadies

 

Kürzlich führte die Bayerische Sportjugend (bsj) im Landkreis Cham wieder die alljährliche Fortbildungsmaßnahme (AEJ) am oberbayerischen Spitzingsee durch, die traditionell das Highlight zum Jahresbeginn im vielfältigen Programmangebot der BSJ darstellt. Erstmals war die Veranstaltung bereits vor dem offiziellen Meldeschluss mehr als ausgebucht und selbst nach ein paar Absagen konnten nicht alle Interessenten auf der Warteliste mitgenommen werden. Nachdem der vollbepackte Bus dann am Sonntag um 14 Uhr in Cham aufbrach, traf man genau richtig zum Abendessen im BLSV Haus Bergsee am tief verschneiten Spitzingsee ein. Nachdem sich die Lawinensituation nach den extremen Schneefällen und dem daraus resultierenden Katastrophenalarm im Landkreis Miesbach wieder entspannt hat, stand den Teilnehmern eine traumhafte Woche mit bis zu drei Meter Schnee im Skigebiet bevor.  

Lehrgangsleiter Rainer Schmid und BSJ Vorsitzende Birgit Daschner hießen alle Teilnehmer herzlich willkommen und freuten sich besonders dass die diesjährige AEJ ein so rekordmäßiges Interesse weckte. Nach einer kurzen Vorstellung des Skilehrerteams gingen Gerhard Richter und Manfred Dietl nochmals explicit auf die FIS-Ski- und Pistenregeln v.a. zum gemeinsamen Fahren in der Gruppe ein, ehe sich ein paar erste Eisbrecher- und Kennenlernspiele innerhalb der großen Gruppe anschlossen. Die Teilnehmer stellten sich vor dem Plenum vor und lösten später noch das Quiz „Who is Who?“. Den Höhepunkt des ersten Abends bildete dann die traditionelle Spitzingtaufe, ein Sketch, bei dem alle Erstteilnehmer in einer feierlichen Prozession in die Gemeinschaft der Spitzingfahrer aufgenommen werden.

Am ersten Skimorgen wurden die Übungsleiter je nach Fahrkönnen in fünf verschiedene Skigruppen eingeteilt, die von den lizenzierten Skilehrern Gerhard Richter, Manfred Dietl,  Anna-Maria Martinitz, Birgit Daschner, Werner Schell und Josef Aschenbrenner  bestens betreut wurden. Dank der ergiebigen Schneefälle der Vorwochen, konnten sich die Übungsleiter auf perfekt präparierten Pulverschneepisten austoben.

An Erholung war aber nach dem langen Skitag nicht zu denken, denn noch vor dem Abendessen startete man mit dem Lehrgangsthemenschwerpunkt Akrobatik und Jonglage und konnte dazu Christian Maier als fachkundigen Referenten begrüßen. Als Erstes standen verschiedene Übungen mit unterschiedlichen Bällen auf dem Programm, die oftmals auch zu zweit oder in der ganzen Gruppe umsetzbar sind. Schrittweise wurden die Teilnehmer an den Bewegungsablauf herangeführt, der für ein Jonglieren mit drei Bällen verinnerlicht werden muss. Dabei unterstützten sich die Teilnehmer gegenseitig und so mancher schaffte nach der kurzweiligen Zeit sogar schon einen Durchgang mit drei Bällen. Im Anschluss demonstrierte Maier ein paar interessante Körperakrobatikübungen zu zweit, wobei immer Wert auf die richtige Haltung und Technik gelegt wurde, damit die Figuren auch verletzungsfrei ausgeführt werden können. Trotz des langen Skitages in den Beinen zeigten die Übungsleiter zu später Stunde noch vollen Körpereinsatz und konnten unter gegenseitiger Beaufsichtigung bereits mehrere Übungen nachahmen.

Nachdem es die ganze Nacht über durchgeschneit hatte, wurde man am zweiten Tag mit rund 30 cm Neuschnee beschenkt, sodass in den meisten Skigruppen Tiefschneefahren im Pulverschnee auf dem Programm stand. Dementsprechend anstrengend war auch der zweite Skitag und die mittägliche Einkehr auf der urigen Osthangalm kam allen sehr gelegen. Im Anschluss an den kräfteraubenden Nachmittag gab Christian Maier den Teilnehmern einen Überblick über den oftmals verwendeten Begriff der Koordination und dessen verschiedene Bereiche. Um komplexe Bewegungen ausführen zu können, bedarf es nicht nur den konditionellen Fertigkeiten (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer) sondern eben auch bestimmten koordinativen Fähigkeiten, durch deren Zusammenspiel koordinierte Bewegungsabläufe erst ermöglicht werden können.  Dabei müssen meistens die verschiedenen Komponenten der Koordination, beispielshaft Reaktionsfähigkeit, Antizipationsfähigkeit sowie Rhythmisierungsfähigkeit oder Raumorientierungsfähigkeit etc. zusammenwirken. Im Anschluss an das Abendessen knüpfte der Referent an die praktischen Übungen des Vorabends an, wobei die Teilnehmer in insgesamt 6 Gruppen aufgeteilt wurden und zu einem selbst gewählten Song eine eigene Gruppenperformance einstudieren und anschließend vor dem Plenum aufführen mussten. Dabei kamen sowohl der Lerneffekt von den Inhalten des Vortages sowie die Kreativität der Übungsleiter zum Ausdruck, sodass sich Christian  Maier zum Abschluss seines Unterrichtes sehr begeistert zeigte. Am dritten Skitag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ein paar alternative Wintersportarten auszuprobieren. So wurde heuer erstmals wieder eine geführte Skitour angeboten und Tourguide Sebastian Schmid konnte eine insgesamt elfköpfige Truppe nach eine paar einführenden Geh- und Umstiegsübungen bis auf den Brecherspitz Vorgipfel auf rund 1630m Höhe führen. Spätestens die teilweise unberührte Tiefschneeabfahrt ließ dann alle Anstrengungen auf den rund 550 zu überwindenden Höhenmetern schnell in Vergessenheit geraten. Neben den hart Gesottenen, welche sich weiterhin auf den Pisten austoben wollten, gab es auch noch die Möglichkeit Schneeschuh zu wandern. Abends referierte Armin Strahl zum Thema Verdienstausfall, der für diese Mitarbeiterbildungsmaßnahme geltend gemacht werden kann. Außerdem stellen Rainer Schmid und Birgit Daschner das vielfältige Jahresprogramm von BLSV und BSJ im Landkreis Cham vor. Anschließend ließ man den dritten Skitag bei einem gemeinsamen Spieleabend ausklingen.

Am Donnerstag zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und bescherte den Teilnehmern den ganzen Tag über strahlenden Sonnenschein. Bei Einbruch der Dunkelheit machte man sich dann mit Fackeln auf den Weg zur Oberen Firstalm, von wo aus man nach kurzer Einkehr mit Schlitten auf einer beleuchteten Rodelbahn zurück ins Tal fuhr. Wieder im BLSV Haus angekommen, bedankten sich alle Skigruppen mit kleinen Präsenten bei ihren Skilehrern für die schönen und lehrreichen Skitage.

Am Abreisetag nutzte man den Vormittag nochmals zum Skifahren, ehe man nach  dem Mittagessen die Heimreise zurück nach Cham antrat. Auch wenn alle Teilnehmer  etwas müde von der anstrengenden und sehr vielfältigen Fortbildungswoche waren,  die mit 15 Unterrichtseinheiten zur vollständigen Lizenzverlängerung diverser Übungsleiterscheine angerechnet werden kann, waren sich dennoch alle einig, dass Spitzing 2019 absolut „spitze“ war und freuen sich bereits jetzt auf das traditionelle Spitzingtreffen im Frühjahr, bei dem man die gemeinsamen Erlebnisse der Woche nochmals Revue passieren lassen kann. 


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