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Das 3K-Projekt – Ein Best Practice-Modell zum Nachahmen

 

Sport bedeutet nicht nur Bewegung, Spiel und Spaß. Er kann auch Bildungspotential entfalten und
über den gemeinsam ausgeführten Sport junge Menschen in ihrer Persönlichkeits- und
Lebensentwicklung fördern. Vorrangig denkt man hier natürlich an den Erwerb von Kenntnissen und
Kompetenzen sozialer Fähigkeiten (z.B. Fairness, Teamgedanken), aber auch in emotionaler und
physischer Hinsicht bestehen Entwicklungsmöglichkeiten. Unbestritten wird in diesem Sinne die
zentrale Bedeutung des organisierten Sports als wertvoller Baustein gesellschaftlichen
Zusammenlebens propagiert und von Wissenschaft und Forschung immer wieder hervorgehoben.


Diese sozialisierende Funktion des Sports wird in nahezu allen Sporteinrichtungen geschaffen und
gelebt. Dies belegen auch zahlreiche wissenschaftliche Studien, die sich mit der gesellschaftlichen
Bedeutung von Sportklubs und ihrer Tätigkeiten auseinandersetzen. Von zentraler Bedeutung ist vor
allem im Jugendbereich, dass sich die jungen Menschen in den Klubs treffen, einen gemeinsamen
Sport mit Leidenschaft ausüben und sich ihrer Sportgemeinschaft aufgehoben und wohl fühlen.


Gerade dieser Ansatz wird von Verena Faßold, seit über 40 Jahren passionierte Sportlerin und
Keglerin, mit der Überlegung „Sport und Bildung im Verein“ zu kombinieren, aufgegriffen. Aus ihrer
Jugendbildungsmaßnahme (3K-Projekt), das zunächst aus dem Gedanken entwickelt wurde,
leistungsstarke Nachwuchskegler für die Auswahlmannschaften des Verein Bayreuther Sportkegler zu
rekrutieren, hat sich inzwischen – erfolgreich seit acht Jahren – ein Best Practice-Bildungsprojekt zum
Nachahmen ergeben (siehe auch bayernsport vom 8. August 2017, Nr. 32, S. 22).


Bei der Mottogebung zieht sich der Buchstabe „K“ wie roter Faden durch das Projekt. Ein „K“ für Kegeln steht
als fixer Bestandteil, die beiden anderen K-Mottos stehen für Themen der Lebenswelten junger Menschen.
Bisherige K-Worte: (2014: Kegeln, Kultur, Kyrill; 2015: Kegeln, Kunst, Küche; 2016: Kegeln, Kontakte, Klettern;
2017: Kegeln, Konstante, Kanu; 2018: Kegeln, Kees, Knödel; 2019: Kegeln, Kloster, Kladde; 2020: Kegeln,
Karriere, Körper; 2021: Kegeln, Kunigunde, Konto)


In der Sportkegler-Szene ist die Initiative „3K-Projekt“ inzwischen als erfolgreicher Dauerbrenner für
junge und heranwachsende Jugendliche bekannt. Vornehmlich richtet es sich immer noch an
Nachwuchssportler, die in ihrer Sportart Spaß an Bewegung und Freude am gemeinsamen Erleben
haben. Jedoch ist das Projekt darüber hinaus auch gekennzeichnet durch ein eigenständiges Format
und eigener Lehr- und Lernarrangements. Dabei wird der Ansatz des gemeinsamen Sports genutzt,
um die jungen Menschen an aktuelle gesellschaftliche Lebensweltthemen heranzuführen und dafür
zu sensibilisieren.


Nach den ersten drei erfolgreichen Runden in den Jahren 2014-2016 eröffnete sich im Jahre 2017 für
die Initiatorin die Möglichkeit, das Projekt mit einer Dissertation an der Universität Bayreuth zu
überprüfen und zu bewerten; diese fand daraufhin in den Jahren 2017-2019 statt. Dabei wurde der
bisherige Forschungsstand nicht-institutioneller Organisationen (v.a. Sportvereine) im Bereich der
außerschulischen Jugendbildung herangezogen.


Der Fokus und die Diskussion der Ergebnisse lag dabei auf Wahrnehmungen und Bewertungen der
Teilnehmer sowie auf der Annahme der Förderung von Handlungs- und Lebenskompetenzen. Die
Interpretation der Auswertung lässt, wie auch überwiegend die bisherigen wissenschaftlichen
Studien in diesem Bereich belegen, eine positive Bewertung des Projekts zu.


Unterstützt vom BSJ wird das Projekt auch in diesem Jahr – in Bamberg vom 1.-6.8.2021 –
stattfinden. Mit den Programmpunkten „Kegeln, Kunigunde, Konto“ können von den 40 Teilnehmern
motorische, kulturelle und finanzielle Kompetenzen erworben werden.
Download: https://epub.uni-bayreuth.de/5313/

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