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Sport im Jugendstrafvollzug


Sportstudent/in gesucht für das Projekt "Das Leben ins Gleichgewicht bringen" 2018

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Die Bayerische Sportjugend Unter- und Oberfranken führt seid 10 Jahren Sportprojekte in der JVA Ebrach durch.

Hierbei können Interessierte Studenten mit sportlichem Hintergrund oder Sportstudium wertvolle Erfahrungen in der sportlichen Leitung dieser Randgruppe machen.

Über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen findet montags, mittwochs und freitags die Sportstunde vormittags statt. Die Sportarten können frei gewählt werden, sollten aber mit der Gruppe von ca. 12 jungen Männern abgesprochen werden. Im Rahmen des Projekts wird mit Unterstützung des Arbeitstherapeutischen Betriebs ein Sportgerät gefertigt. Der Sport wird begleitet von den Sportbeamten vor Ort und der Bayerischen Sportjugend.

Es gibt die Möglichkeit eine Zulassungsarbeit zu verfassen. Die Stunden werden vergütet. Fahrtkosten werden übernommen. Ebrach ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur bedingt erreichbar.

Wir freuen uns über eine formlose Bewerbung mit kurzem sportbezogenem Lebenslauf an bsj-utebraun@gmx.de.

 

 


Junges Engagement: Sport im Jugendarrest

Durch die Vorsitzende der BSJ Unterfranken, Ute Braun, die schon viel in der JVA Ebrach plant und umsetzt habe ich mich für die verschiedenen Formen des Strafvollzugs interessiert. Mit ihr bat ich um die Möglichkeit die Anstalt und den Jugendarrest in Würzburg besichtigen zu dürfen. Wir führten Gespräche mit den verantwortlichen Beamten und fragten, ob es eine Möglichkeit gibt dort ein Sportprojekt durchzuführen. Man war unseren Vorschlägen gegenüber sehr offen. Ich entschied mich ein Projekt in der Jugendarrestanstalt (JAA) anzustoßen. Hier müssen Jugendliche rein, die ihre Sozialstunden nicht gemacht haben, mit Drogen gedealt, Körperverletzung begangen oder ähnliches angestellt haben. Die Aufenthaltsdauer in der JAA beträgt höchstens 4 Wochen und gilt als Erziehungsmaßnahme. Es erfolgt kein Eintrag im erweiterten Führungszeugnis und der Arbeitgeber wird nicht informiert. Die meisten Insassen, die so lange da sind und schon arbeiten, nehmen sich Urlaub oder kommen, falls sie Schüler sind, in den Ferien.

Zuerst musste ich einen Studenten finden, der sich zutraut mit gefangenen Jugendlichen Sport zu treiben und Übungsleiterstunden zu halten. Hier bewarb sich Richard Salzer von der Julius-Maximilians Universität Würzburg.Die Koordination und Planung war meine Aufgabe.

Mein Ziel war es, den Jugendlichen durch verschieden kooperative Spiele zu zeigen, wie wertvoll Teamgeist ist. Auch die Möglichkeit im Sport überschüssige Aggressionen abzubauen und nicht durch Schlägereien war mein Ziel. Wir haben mehrere Sportarten ausprobiert (Slackline, Fußball, Badminton, Speedminton, etc.), damit jeder für sich seine Lieblingssportart finden kann und diese auch in seiner Freizeit in einem Verein spielen kann

Das Sportprojekt hat den Insassen geholfen, sich leichter zu öffnen, Teamfähigkeit zu entwickeln, einen guten Ausgleich zu schaffen und neue Sportarten zu erlernen und hoffentlich auch draußen, in Freiheit sportlich aktiv zu werden. Mehrere sagen nach diesem Aufenthalt im Jugendarrest, dass sie nie wieder so ein „Blödsinn“ machen werden. Doch viele kommen wieder und sagen zum Schluss immer das gleiche. Viele sind für eine positive Veränderung in ihrem Leben noch nicht reif genug, aber für manche ist diese Art der Erziehungsmaßnahme ideal und rettet ihre Zukunft. Ich glaube es hat den Jugendlichen auch ein Stück weit geholfen, dass Sie mal sehen, dass andere Jugendliche, die studieren oder angehende Studenten sind, auch „cool“ sein können. Auch mir ist klar geworden, dass Vorurteile unnötig sind. Wir sollten erst urteilen, wenn wir den Menschen besser kennen und nicht, weil er eine Straftat begangen hat, ihn gleich in eine Schublade stecken. Meine persönlichen Ziele habe ich meiner Meinung nach erreicht. Ich wollte den Jugendlichen verschiedene Sportarten und Teamgeist näherbringen. Das habe ich zusammen mit Richard relativ gut hinbekommen. Durch klare Regeln und Motivation, gab es keine Auseinandersetzungen zwischen den Jugendlichen.

Da ich schon Erfahrungen mit einem früheren Mikroprojekt hatte, fielen mir das Planen und die theoretische Arbeit sehr viel leichter, als beim ersten Mal. Bei meinem nächsten Projekt werde ich trotzdem noch mehr im Vorfeld planen, denn es hilft wirklich viel, wenn man einen roten Faden hat, der einem dann die Arbeiten deutlich erleichtert. Jedoch kommen immer wieder Probleme während der Planung auf, die man lösen muss. Man muss einfach spontan sein, wenn man ein solches Projekt durchführt.

Im Jugendarresthaus und im Sport haben uns die Beamten super unterstützt. Es war eine sehr interessante, lehrreiche Zeit für mich, die ich nicht vermissen möchte.

Auf meine Arbeit bin ich sehr stolz und hoffe, dass sich immer Freiwillige finden, solch ein Projekt durchzuführen.


Spitzen Gruppe

Das 10. Projekt "Das Leben ins Gleichgewicht bringen" der JVA Ebrach in Zusammenarbeit mit der Bayerische Sportjugend Oberfranken und Unterfranken kann als voller Erfolg bezeichnet werden. Die Teilnehmer entwickelten sich zu einer "Spitzen Gruppe" und die Sportlehramtsstudentin Johanna Kestler verstand es mit den jungen Männern umzugehen. Von Tischtennis, Badminton, Fußball, Basketball über Handball, Volleyball, Kraftsport und kleinen Spiele war alles geboten. Besonderes Highlight war dann die Einführung des Spiels Tschoukball. In der Werkpädagogik hatte Holger Friedrich mit seinem Team die Jungs bei der Fertigung der Tore angeleitet. Diese wurden dann nach dem Kennenlernen der Regeln eingeweiht. "Es ist gar nicht so einfach den Ball zu fangen, nachdem ein Mitspieler ihn auf das Tor geworfen hat" mussten die Teilnehmer feststellen. Tore konnten somit wenige gezählt werden. Doch im  Mittelpunkt stand ja eher die Erfahrung, dass man ein selbst hergestelltes Sportgerät dann im Team nutzen kann. Im Geräteraum versuchten sich unterdessen die Auswechselspieler und Verantwortlichen am "Käsebrett", das ebenfalls im Rahmen des Projekts von den Inhaftierten gefertigt worden war. Geduld und motorische Fähigkeiten sind gefragt um die Scheibe oder Kugel durch das Labyrinth von Löchern zu lenken. Doch der Aufforderungscharakter ist enorm und so konnte es sich niemand verkneifen (der ein oder andere auch heimlich) einen Test durchzuführen. Der Tag wurde abgeschlossen beim gemeinsamen Kuchenessen. Die Studentin hatte zusammen mit den Jungs gegen die Bediensteten beim Turnier verloren und brachte für die Sieger einen Kuchen mit. Beim Abschlussbild konnten daher alle strahlen und sich über den Erfolg des Projekts erfreuen.  Sehnsucht nach dem Strafvollzug wird bei Ute Braun und Luise Pusch nicht aufkommen, denn gleich im Anschluss beginnt das 3. Projekt "Sport als Chance" mit einem Studenten der Sonderschulpädagogik. So werden sie weiterhin beratend zur Seite stehen und den Fortschritt der Teilnehmer miterleben. "Es ist auch für Studenten eine Chance durch den Sport an Randgruppen heranzukommen" und so ist die Sportjugend sehr dankbar für die ausgesprochen gute Zusammenarbeit und die Wertschätzung, die alle Beteiligten erfahren.


Neu eingekleidet

Die Sportbeamten freuen sich gemeinsam mit den Inhaftierten der JVA Ebrach bei der Übergabe eines Trikotsatzes von der Bayerischen Sportjugend. Luise Pusch (BSJ Oberfranken) und Ute Braun (BSJ Unterfranken) überreichten sie gemeinsam mit Sophia Niedling (wissenschaftliche Begleitung der Projekte im Jugendstrafvollzug 2012/13).

Viele Jugendhaftanstalten nehmen an Turnieren und Spielen teil. Auch wenn diese Begegnungen meist innerhalb der Gefängnismauern stattfinden, gibt es auch Gruppen, die zu Spielen außerhalb fahren. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass alle Teilnehmer im offenen Vollzug sind.

So freut sich die Sportabteilung besonders über interessierte Mannschaften, die sich in den Sportarten Fußball, Tischtennis oder Basketball mit den Inhaftierten messen möchten.

Ein gutes Beispiel hierbei sind die bereits bestehenden regelmäßigen Spiele gegen die Basketballmannschaft vom TSV Tröster Breitengüßbach, FC Baunach und von der BSJ Lichtenfels, sowie gegen die Tischtennisvereine TSV Schwebheim und Concordia Strullendorf um nur einige zu nennen.

Rein optisch machen die Teams der JVA künftig eine gute Figur. Lässt sich nur hoffen, dass die neue Ausstattung auch zu den erhofften sportlichen Erfolgen führen wird!



Ein Projekt der Bayerischen Sportjugend Unterfranken und Oberfranken in der JVA Ebrach.
Finanziell unterstützt von der Verbandsjugendleitung, dem Bezirksjugendring Unterfranken, der Oberfrankenstiftung sowie der Justizkasse Bamberg.
Durchgeführt durch einen Sportstudenten der Uni Würzburg.

Im September 2006 fand die erste 6 wöchige Maßnahme in der Justizvollzugsanstalt Ebrach statt. Seither sind schon viele neue erfolgreiche Projekte gefolgt:

 

 

Das Leben ins Gleichgewicht bringen (Ein Sportprojekt mit dem Arbeitstherapeutischen Betrieb der JVA Ebrach)

 

1. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "Sport im Stafvollzug"

2. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "Mit Hilfe"

3. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "Gemeinsam"

4. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "Schritt für Schritt"

5. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "Gestützt"

6. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "Mit Ziel"

 

 

7. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "Balanciert"

8. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "Im Team"

9. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "ausgewogen"

10. Das Leben ins Gleichgewicht bringen "durchs Raster und zurück"

 

Sport als Chance

1. 2011 - Sport als Chance  - ein Bericht aus dem bayernsport

2. 2012 - Sport als Chance "Die Beginner"

3. 2013 - Sport als Chance "SC Gitterblick"

 

 

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